Zeitenkreis…

Das Gespräch mit Ruth wanderte durch ihre Gedanken und Delia schmunzelte, als sie sich erinnerte, wie sie früher über das Leben und sich selbst gedacht hatte. Bis sie erkannt hatte, dass es keinen Plan gab, den es hier auf Erden zu erfüllen gab. Dass es nicht darum ging, irgendeinen Gott oder Schöpfer zu erfreuen, zu besänftigen oder zu beglücken. Es ging auch nicht um Macht oder Ansehen. Dies war eines der vielen Spiele, die sich die Menschen ausgedacht hatten, um sich abzulenken. Um sich über viele Lebzeiten hinweg weiterhin mit dem Energieklau zu beschäftigen. Es war so leicht zu durchschauen, wenn man einmal einen Schritt zurück trat und das ganze Theater auf der Weltenbühne betrachtete.

Es war ein Spiel. Die Macht ebenso wie das Leiden. Täter, Opfer und Retter. Ein ewiger Kreislauf, in dem sich viele Seelen für Tausende Inkarnationen verstricken konnten. Es war nur ein Spiel.

Trat man von der Bühne zurück, so erkannte man auch, dass es nie darum gegangen war, einen richtigen Weg zu gehen. Den gab es nicht. Auch dies war eine Ablenkung. Ein Grund für mehr Drama, mehr Reibung, mehr scheinbare Tiefe. Doch im Kern fühlte sich der Mensch schon immer leer. Fühlte sich nicht wirklich gesehen oder geliebt. Nicht wahrlich in Fülle und Reichtum. Getrennt von seiner Seele. Wie konnte es auch anders sein, wenn er sich im Getümmel der uralten, sich immer wiederholenden Geschichte befand?

Man brauchte nur zurückzutreten. Sich in sein eigenes inneres Zentrum zu begeben. Sich bewusst zu machen, dass das äußerliche Geschehen nicht das war, was man als Wahrheit bezeichnen konnte. Es war eine gigantische Illusion. Ein Traum, in dem man wandelte, bis man bereit war, sich wirklich und wahrhaftig selbst zu begegnen. Bis man gewillt war, die Wunden und Narben der alten Geschichte ein für alle Mal zu heilen und loszulassen. Sodass man sich als freies und souveränes Wesen mit seiner Seele verband und aus dem Zeitenkreis austrat. Dann waren da auf einmal keine Zukunftswünsche mehr. Wie auch, wenn man einfach in jedem Moment das tat, was einen erfreute.

Ausschnitt aus meinem Buch „Seelenblicke“

Talk Dübendorf

Ihr Lieben

Ich werde nächsten Sonntag 8. Mai an den Wohlfühltagen in Dübendorf sein. In einem spannenden Talk mit Ruth Stylianou-Oberli werden wir unter anderem über Selbstliebe, Schattenarbeit und Heilung sprechen (siehe Beschreibung unten).

Genauere Infos zum Anlass findet ihr hier:

Ich freue mich, dich in Dübendorf zu sehen 😀 ❤

Diese Reise…

„Wie viel muss man auf dieser Reise loslassen?“, versuchte Liliane ihre Gedanken in eine Frage zu fassen und hob etwas resigniert die Arme, um sie gleich darauf wieder in ihren Schoß fallen zu lassen.

„Alles“, Delia ließ sich eine Weile Zeit, bevor sie fortfuhr, „du wirst im Verlauf dieser Reise alles loslassen dürfen. Nicht alles auf einmal, sondern Schritt für Schritt. Alles, was du dachtest zu sein oder sein zu müssen. Alles, was du von der Welt denkst, wie sie ist oder zu sein hat. Alle Ängste, alle Zweifel, alle Wunden, alle Geschichten… dich selbst. Dein Menschsein. Deine Wünsche, deine Ziele, deine Erwartungen… auch deine Familie, deine Ahnen, deine engsten Verbindungen, deine Liebsten…“

Nun war es still auf der kleinen Bank am Wegesrand. Liliane schluckte. War das möglich?

„Warum?“, war alles, was sie fragte.

„Weil du zu dir selbst finden möchtest und dazu alles loswerden wirst, was nicht zu dir gehört. Zurück bleibt reinstes Bewusstsein, klare Energie und viel Weisheit.“

„Ruth meinte vorhin zu mir, dass loslassen auch irgendwie annehmen sei.“

„In gewisser Hinsicht schon, ja. Du könntest auch sagen, dass loslassen bedeutet, alles zu lieben und es dennoch nicht zu brauchen. Es geht darum, dass du alles, was dich umgibt, als einen Ausdruck deiner selbst erkennst und dazu darfst du es zuerst annehmen. Also auch einen wütenden Nachbarn, eine altbekannte Sucht oder deine eigene Geschichte. Es ist alles dazu da, um dich erkennen zu lassen. Sobald du es annehmen kannst, wirst du aber auch bemerken, dass es nicht dein wahres Ich ist. Du bist nicht das, was sich auf der Leinwand deines Lebens zeigt. Somit lässt du es frei. Es darf fließen.“

„Hmm, ich glaube, ich beginne zu verstehen“, murmelte Liliane und blickte nachdenklich über die kleine Wiese mit den bunten Blumen, „das ist irgendwie ganz schön hart.“

„Ja, es kann sich ganz schön schwierig anfühlen, weil wir gelernt haben, uns mit ganz vielen Dingen zu identifizieren, die uns auf dieser Reise genommen werden. Doch bedenke, dass es letztendlich du selbst bist, die diese Reise wählt. Du als deine Seele ruft dich nach Hause. Da gibt es keine Kompromisse mehr. Nur kristalline Klarheit und tiefstes Mitgefühl für diesen Weg, den du als Mensch gehen darfst.“

„Es geht letztendlich nur um mich. Das ist ein komischer Gedanke“, flüsterte Liliane bewegt.

„Ja, so lange, bis du erkennst, dass du in gewisser Hinsicht die Welt bist.“

Ausschnitt aus meinem neuen Buch „Seelenblicke“.

Das grosse Und

Delia: „Du beginnst langsam zu fühlen und zu erkennen, dass du so viel mehr bist, als du dachtest zu sein. Du bist mehrdimensional. Du bist so vieles gleichzeitig, weil du auf verschiedenen Ebenen im selben Moment fühlst und empfindest.“

„Meinst du das mit dem Menschen und der Seele?“, kam die leise Frage von Ruth.

„Ja, auch. Schau, du kannst als Mensch auf unzähligen Ebenen empfinden und als Seele hast du außerdem Zugang zu neuen, noch viel tieferen Kanälen. Es ist gigantisch, was sich da für ein Feld öffnet, wenn wir wirklich anfangen, zu fühlen. Du fühlst dich verwirrt, weil auch unglaublich vieles gleichzeitig abläuft. Du heilst auf verschiedenen Ebenen. Da sind zum Beispiel die Anteile in dir, die du sozusagen nach Hause rufst. Ich konnte beispielsweise beobachten, wie du in den letzten Monaten den Anteil der Schwäche in dir angenommen hast. Du hast dich geöffnet, dich auch verletzlich und weich zu fühlen. So kommen immer mehr Aspekte von dir in dein Bewusstsein, was sich teilweise etwas ungewohnt anfühlen kann.“

„Ich hatte zeitweise keine Ahnung mehr, wer ich war“, schaltete sich nun auch Amin ein, „das, was ich dachte zu sein, schien einfach nicht mehr zu stimmen. So kommt ganz natürlich auch ein Trauerprozess ins Spiel, weil du dich von dem löst, was dir Sicherheit gab. Du stirbst in einer gewissen Form, wobei du auf einer anderen Ebene neu geboren wirst.“

Ausschnitt über den Bewusstseinswandel aus meinem neuen Buch „Seelenblicke“ ❤