Suchen…

„Und ich suche noch“, flüsterte Ruth in die Stille.

„Das ist nichts Verwerfliches. Doch du suchst, weil du tief in dir glaubst, dass etwas in dir nicht richtig ist. Dass etwas anders sein müsste. Dass du noch nicht an dem Ort bist, an dem du hingehörst. Das ist es, was dich unruhig werden lässt. Dabei bist du immer gut so, wie du bist, weil alles da sein darf.“

„Ich bin also nur auf der Suche, solange ich etwas ablehne?“

„Auf eine gewisse Weise schon. Vollste Annahme von dem, was ist, lässt dich ruhig werden und im Moment ankommen. Es öffnet den Raum für Vertrauen in das Leben selbst. In diesem Zustand fließen die Energien wieder und können dir auf allen Ebenen dienen. Es ist nicht so, dass dann keine Wandlung mehr passiert. Aber sie geschieht aus einer inneren Haltung des Erlaubens heraus. Du selbst bewegst dich nicht mehr auf die Zukunft zu. Die Zukunft kommt zu dir. Du bist das Zentrum und lässt geschehen, dass sich die Zeit und die Dinge durch dich hindurch begeben. Du bist dann ein ausstrahlender Magnet von hellem Bewusstsein.“

Ausschnitt aus dem Buch „Seelenblicke“ ❤

Der lange Weg…

„Du bist Teil der Seelen, die sich dazu bereit erklärt haben, die Schöpfung wieder ins wirkliche Fließen zu bringen und ein neues Gleichgewicht herzustellen. Du hast dich dazu entschlossen, ganz viele Erfahrungen zu sammeln, um dich selbst mit deinem Bewusstsein, deiner Energie und deiner Verbindung zur Schöpfung, wahrzunehmen.

So folgten Tausende von Lebzeiten, in denen du dich selbst in all den unzähligen Fragmenten und Potenzialen erleben durftest. Manchmal waren sie erfüllt mit Freude und Lebenskraft, doch oftmals waren sie geprägt vom Gefühl der tiefen Traurigkeit, von Schmerz und Einsamkeit.

Du hast dich als individuelles Wesen erleben wollen. Hast dich bewusst noch weiter von deinem einstigen Zuhause entfernt. Hast dich willentlich allen Fragmenten gestellt. So hast du gelernt und immer mehr erkannt.

Ja, deine Seele weiß um all die vergangenen Geschichten und kennt den Schmerz des Verlustes. Sie hat die Spaltung erlebt, die große Dunkelheit und auch den Missbrauch. Es gibt nichts Anspruchsvolleres, als in einem materiellen Körper zu sein und sich all dies bewusst zu machen. All dies zu fühlen.

Doch du spürst auch, dass es einen Weg gibt, diesen Stillstand zu lösen. Du bist jetzt hier, um dich zu erinnern und zu heilen. Und um zu erkennen, wer du in Wirklichkeit bist.“

Delia im Buch „Seelenblicke“

Transformation

„Wie kann etwas gleichzeitig so schön und schrecklich sein?“, durchbrach Ruth schließlich die Stille. „Da ist eine Welt mit so viel Gewalt, Schmerz und Leid. Und da ist auch diese Welt der Leichtigkeit, der Freude und tiefen Erfüllung. Warum fühle ich das die Tage so stark?“

Es dauerte eine Weile, bis Delia antwortete: „Du bist vor einiger Zeit aus einem tiefen Schlaf aufgewacht. Dieses Erwachen hat zur Folge, dass nach und nach aller Nebel, der dich umgibt, verschwindet. Du siehst und fühlst mehr. Du erkennst immer tiefer und umfassender. Das ist nicht nur schön. Es kann auch ganz fest weh tun und dich mit Trauer und Schmerz erfüllen. Doch letztendlich dient dir diese Zeit, um wahre Weisheit und Mitgefühl zu erlangen. Du bist auf dem Weg, zu einem zutiefst wissenden und allumfassend liebenden Wesen zu werden. Dies braucht seine Phase der Wandlung und Integration.“

„Wie meinst du das?“, fragte Ruth leicht verwirrt und fühlte gleichzeitig diese tiefe innere Berührung, die die Worte Delias bei ihr auslösten.

„All die Schmerzen und die Trauer, die Wut und jede tiefe Berührung deines Innersten lösen eine Reinigung aus. Es ist, als ob durch diese Wellen all dies ausgespült wird, was nicht mehr dienlich ist. Es wird Raum gemacht. Für dein Lichtwesen. Für deinen Körper der freien Energie, der sich nach und nach integriert. Aus diesem Grund nimmst du parallel zu diesem Schmerz auch so viel Schönes wahr. Es scheint vielleicht für den kleinen Menschen widersprüchlich, doch du dehnst dich durch die Schmerzen aus. Du kommst langsam in die Mehrdimensionalität. Es ist wie eine Geburt. Eine Geburt in eine neue Welt.“

❤ Ausschnitt aus meinem Buch „Seelenblicke“ (Band 2)