Ein Gefühl von Ewigkeit

Delia kam zu einer kleinen Lichtung. Sie lächelte, als sie feinen Nebel wahrnahm, der sich über dem feuchten Gras ausbreitete.

Wie oft sich im Außen genau das zeigte, was sich im Inneren abspielte und das kleine Menschlein verstand es trotzdem nicht. Zu sehr war es gewohnt, im Außen die Dinge zu regeln. Doch erst durch inneres Gleichgewicht konnte es gelingen, das große Spiel endlich zu durchschauen und hinter sich zu lassen.

Sie setzte sich auf einen alten Baumstumpf und blickte sich aufmerksam um. Kein Laut war zu vernehmen. Nur ganz in der Ferne war das Zwitschern eines Vogels zu hören.

Wie gut sie dies inzwischen kannte, diese Stille, die ihr zu Beginn der Reise so ungewohnt erschienen war. Stieg man aus und wählte man ein Leben jenseits dieser Spannung, so war man plötzlich auf sich alleine gestellt. Kein Ziehen mehr im Außen. Kein Laut mehr, der zu einem drang. Es war wie ein Entzug. Vom Wollen und Gewollt-Werden. Von stetiger Bewegung, zu einem ruhigen Sein. Man fand alles in sich selbst, wenn man mit sich selbst sein konnte. Und dann war es auf einmal so still.

Friedlich. Ein Gefühl von Ewigkeit.

Ausschnitt aus meinem Buch „Seelenblicke“

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