Innere Unruhe

„Hast du deiner Unruhe einmal zugehört?“, wollte Delia von ihr wissen. Als sie keine Antwort bekam, fuhr sie fort.

„Ich weiß, es klingt recht ungewohnt, doch alles, was dir begegnet, will dir etwas sagen. Das Leben ist nicht gegen dich, sondern für dich. Ich spüre, dass du in einer Phase des großen Wandels bist. Das kann unangenehm sein und auch schmerzhaft. Doch warum wehren wir uns so sehr gegen den natürlichen Fluss des Lebens?“

Delia stellte diese Frage ohne eine Erwartung auf eine Antwort und schloss die Augen, um die warmen Sonnenstrahlen auf ihrem Gesicht noch etwas bewusster wahrzunehmen. Die Sonne war etwas höher gestiegen und reichte nun knapp über die ersten Baumwipfel.

Ruth spürte den altbekannten Frust in sich hochkommen, obwohl sie der Aussage von Delia grundsätzlich zustimmen würde.

„Warum ist es dann so schwierig herauszufinden, was der Fluss des Lebens von mir möchte? Ich weiß gar nicht, was ich tun soll, auch wenn ich möchte! Ich habe eigentlich nichts gegen den Wandel des Lebens.“

„Hast du deiner Unruhe einmal wirklich zugehört?“, wiederholte Delia ihre Frage.

„Oftmals verschließen wir unser Herz und unsere Sinne, wenn es unangenehm wird, weil wir denken, uns schützen zu müssen. Wir möchten es nicht fühlen. Doch eigentlich geht es gerade in diesen schwierigen Momenten darum, uns so weit zu öffnen, wie wir nur können. Anzunehmen, was da ist oder kommen möchte. Dies verlangt, dass wir alles loslassen, was wir bisher kontrolliert haben und uns dem Moment der Verletzlichkeit hingeben können.“ Delia lächelte.

Ausschnitt aus meinem Buch „Herzensblicke“

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