Der spirituelle Dschungel

Der spirituelle Dschungel

Ich befasse mich mit Spiritualität. Doch was ist das überhaupt? Wenn ich mich umblicke, so sehe ich einen spirituellen Dschungel. Und er wird immer grösser, er wird immer undurchsichtiger… Er ist – aus meiner Sicht – bereits unnatürlich rosarot und himmelblau gefärbt.

Denn was ist Spiritualität überhaupt?

Darauf gibt es viele Antworten, doch für mich bedeutet Spiritualität mehr denn je, sich radikal und ehrlich mit sich selbst und dem eigenen Leben auseinander zu setzen. Wozu bin ich hier? Wohin geht mein Weg? Wer bin ich überhaupt hinter all den erlernten Identifikationen?

Ein bewusstes Hinschauen, Hineinfühlen und die Bereitschaft für Veränderung, sind für mich wesentliche Bestandteile dieser Reise zu sich selbst. Doch wie viele wollen sich wirklich ihren inneren Schatten stellen? Wie viele wollen lieber einer äusseren Instanz glauben schenken, als selbst die Verantwortung für die eigene innere Wahrheit zu übernehmen?

Es stimmt mich nachdenklich, wenn ich die „Spirituelle-Szene“ betrachte. Es geht oft um einen schnellen Erfolgs-Booster, um eine 10-Tage-Heilung oder um Affirmationen, die dir schnellste Manifestation und grossen Reichtum versprechen. Doch ist das nicht gerade DIE Möglichkeit, um unsere Schatten zu umgehen? Indem wir nur einen Zeh ins „Wasser“ stecken, anstatt gänzlich in unser Innerstes zu tauchen?

Auch gibt es immer mehr Möglichkeiten, sich durch ein Wochenendseminar oder ein paar Videos zum spirituellen Coach ausbilden zu lassen. Versteht mich bitte nicht falsch – ich finde es wundervoll, wenn sich Menschen auf diesen Weg begeben. Doch ist Spiritualität nicht das Leben selbst? Können wir die Spiritualität genauso angehen wie andere Ausbildungen auch? Mit Zertifikaten und Stundenplänen? Oder geht dabei nicht etwas Wesentliches verloren?

Ich hatte lange Zeit den Zweifel, ich sei zu jung, um Menschen auf ihrem Weg zu begleiten. Doch inzwischen muss ich darüber schmunzeln. Ich bin schon mein ganzes Leben in einer „spirituellen Ausbildung“. Und all die Leben davor… Wie du auch. Die Frage ist für mich nur: Wie BEWUSST haben wir diese Zeit durchlaufen? Wie viel Raum haben wir unserer inneren Führung gegeben und dadurch neue Gefilde in uns entdeckt? Wie oft haben wir uns getraut, weg vom gängigen Strom zu forschen? Uns selbst zuzuhören?

Ich durfte für mich erkennen, dass genau dies das unglaublich Wertvolle ist: Die Erkenntnisse und „Wisdom-Nuggets“, die wir auf unserem ganz persönlichen Weg sammeln durften miteinander zu teilen. Es muss dabei keiner „Norm“ entsprechen, noch braucht es einen „Plan“ dahinter.

Ich bin ich. Du bist du. Und wir brauchen nebst rosarot und himmelblau auch alle anderen Farbschattierungen und Nuancen. Die ganze Palette eben. Am liebsten bei einem Kunstwerk, das niemals endet – so wie wir ewige, ungebändigte Wesen sind.

Ein Kommentar zu “Der spirituelle Dschungel

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